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PlastaDur S

PlastaDur S ist eine lösemittelhaltige Zweikomponenten-Kunststoffbeschichtung mit hervorragender Chemikalienbeständigkeit und Anwendungsbreite.

Das spezielle Anwendungsgebiet für diesen Beschichtungswerkstoff ist die Auskleidung von Tanks, Großbehältern, Rohrleitungen und Lagerbunkern, bzw. die Beschichtung von Maschinen, Geräten, Konstruktionen, Wänden, Fußböden usw. gegen den Angriff von korrodierenden Chemikalien, Säuren, Laugen etc.

Basierend auf einem Spezialharz mit Epoxidgruppen, welches bei der Aushärtung einen außerordentlich geringen Schrumpfwert zeigt, besitzt PlastaDur S neben seiner hervorragenden Chemikalienresistenz auch die von Epoxidharzen bekannte gute Eigenhaftung auf vielen Werkstoffen.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil von PlastaDur S liegt auch darin, dass dieses Produkt unverändert seit dem Jahre 1961 zur Anwendung kommt und dadurch eine Fülle von Langzeiterfahrungen vorliegen, die sich auch im Umfang der Beständigkeitsliste niedergeschlagen haben.

PlastaDur S bildet im ausgehärteten Zustand einen Kunststoff-Film mit sehr hohem elektrischen Isolationswert. Aufgrund dieser Eigenschaft darf PlastaDur S in der BRD gemäß den in den TRbF 401 und 402 niedergelegten Bedingungen nicht für die Auskleidung von Behältern verwendet werden in denen brennbare Flüssigkeiten gelagert oder transportiert werden sollen. Ausnahmen hiervon können im Einzelfall zugelassen werden, wenn nachgewiesen wird, dass durch andere Maßnahmen die statische Aufladung des Behälterinhalts sicher vermieden wird und die technische Notwendigkeit (z. B. wegen der Beständigkeit) für die PlastaDur S - Beschichtung vorliegt.

Wir bitten, bei der Projektierung einer Plastadurierung die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes zu berücksichtigen, da sich unsere Beständigkeitsangaben ausschließlich auf die Beständigkeit der ausgehärteten Beschichtung gegenüber den angegebenen Medien beziehen.

Gesetzliche Bestimmungen sowie eventuelle Schutzrechte Dritter wurden hierbei nicht berücksichtigt.

Zur Erreichung der optimalen Eigenschaften und der aus, anhängender Liste ersichtlichen Beständigkeit ist der Untergrundvorbehandlung, dem Beschichtungsaufbau und der sorgfältigen Verarbeitung besondere Beachtung zu schenken.

Die Bearbeitung von PlastaDur S ist bei exakter Einhaltung der Verarbeitungsanleitung unproblematisch. Da unterschiedliche Einsatzbedingungen (Beton, Stahl, Alu etc.) zur Erzielung optimaler Ergebnisse auch unterschiedliche Beschichtungsysteme verlangen, stehen selbstverständlich auch verschiedene Schichtaufbausysteme zur Verfügung.

Bei der Projektierung einer PlastaDur S - Beschichtung steht unsere Anwendungstechnik selbstverständlich beratend zur Verfügung, insbesondere hinsichtlich der notwendigen Untergrundvorbehandlung und des Schichtaufbaus (Anzahl der Deckschichten).

Generell kann jedoch gesagt werden, dass die Anzahl der notwendigen Deckschichten mit der Härte des zu erwartenden Chemiekalienangriffs zunimmt. Die maximal erreichbare Beständigkeit (siehe Liste Chemikalienbeständigkeit) wird durch 3 Deckschichten PlastaDur S erreicht. Eine weitere Deckschicht führt kaum mehr zur Erhöhung der Beständigkeit.

Die Härtezeit zwischen den einzelnen Schichten soll bei Raumtemperatur (18' C) und guter Belüftung der beschichteten Flächen mindestens 5 Stunden betragen.

Diese Zeitspanne lässt sich durch Warmluftzufuhr erheblich reduzieren und muss bei tieferen Temperaturen verlängert werden ( z. B. 10° C - 12 Stunden ). Die Zeitspanne zwischen den einzelnen Beschichtungen sollte 20 Tage nicht überschreiten.

Die Plastadurierung kann jedoch auch nach Jahren mit weiteren Schichten versehen, allerdings ist dann ein vorheriges Anschleifen der Beschichtung oder eine Grundierung mit

PlastaDur S Zwischengrund notwendig.

 

Untergrundvorbehandlung

 

Beton

Beton und andere mineralische Untergründe müssen sorgfältig gereinigt und von Öl, Fett und losen Oberflächenbestandteilen befreit werden, sowie trocken sein.

Als Grundierung dient eine Imprägnierung mit PlastaDur P ( siehe Merkblatt PlastaDur P ). Nach einer 3-5 tägigen Aushärtung und Lösemittelabdunstung der Imprägnierung erfolgt die PlastaDur S - Beschichtung.

 

Metall

Metalluntergründe müssen sorgfältig von Oberflächenoxiden ( z. B. Rost, Walzhaut, Grünspan etc ) sowie Öl, Fett, Schmutz und Staub befreit werden.

Eine Strahlreinigung mittels Sand, Elektrokorund oder schwefelfreien Schlacken ist in jedem Fall zu empfehlen und für die optimale Haftung und Chemikalienresistenz unerlässlich. Die Entfernung alter Anstrichreste ist ebenfalls empfehlenswert und bei der Auskleidung von Lagerbehältern Rohrleitungen usw. unabdingbar um die optimale Untergrundhaftung und chemische Beständigkeit zu erzielen. Beim Schutz von Konstruktionen die im Betrieb nicht in die flüssige Chemikalienphase eintauchen, kann die Beschichtung auf Anstrichrückständen erfolgen, wenn diese fest auf dem Untergrund haften und durch das Plastadurieren nicht gelöst oder beschädigt werden (an einer kleinen Stelle Probebeschichtung vornehmen).

 

Verarbeitung

PlastaDur S, PlastaDur S -Grund sowie PlastaDur S - Alu-Grund werden in Zweikomponentenpackungen geliefert. Vor Gebrauch müssen die Komponenten A und B sorgfältig vermischt werden.

Nach sorgfältiger Vermischung der beiden Komponenten ist das Material sofort verarbeitbar. Die Viskosität ist auf die Verarbeitung mit Feilrollen, Flächenstreichern bzw. Airless-Spritzgeräten eingestellt. Durch Zugabe von Verdünner C kann PlastaDur S auch auf die Spritzkonsistenz für Lackierpistolen eingestellt werden (18 Sekunden, Fordbecher, 4mm - Düse).

Die verarbeitungsfähige Mischung hat eine Topfzeit von ca. 20 Stunden (18° C). Die benutzten Arbeitsgeräte müssen innerhalb dieser Zeit unbedingt gereinigt werden, da die Entfernung von ausgehärtetem PlastaDur S nur noch auf mechanischem Weg möglich.

 

Material-Verbrauch: 250 g/m² bei einer Trockenfilmschichtstärke von 100µm (2 Schichten)

Schichtstärke: Nass 160 µm, trocken 100 µm

Topfzeit: Abhängig von der Umgebungstemperatur und der Ansatzgröße ca. 20 Stunden bei 18° C.

Festkörperanteil PlastaDur S: 66 % Gew. ( Komp. A ) 40 % Gew. ( Komp. B )

Verbrauch, PlastaDur S - Grund: 100 g/m² ( bei 30 my )

Temperaturbeständigkeit: Trocken bis 140° C, nass bis 100 je nach Siedepunkt des Mediums

Mischungsverhältnis: 4 Kg Komponente A : 1 Kg Komponente B ( Gewicht nicht Volumen! )

Aushärtung: Bei 18 °C nach 48 Std. ausgehärtet, nach 8 Tagen voll chemisch und mechanisch belastbar. Bei 140 °C nach 30 Minuten voll chemisch und mechanisch belastbar.

Verpackung: 10 Kg und 1 kg-Zweikomponentenverpackung

Lagerstabilität: Mind. 1 Jahr ( unvermischte Komponenten )